Orientierung

Vor einer Woche besuchte ich ein öffentliches Referat eines Arztes, der sich basierend auf der Faktenlage mit der Zukunft des assistierten Suizides in der Schweiz befasst. Zugespitzte, aber nachvollziehbare Thesen werden in den Raum gestellt:

Genügt die die Selbstregulierung der Suizidassistenz-Organisationen um bei einer zunehmenden Zahl von Fällen zu garantieren, dass ein allfälliger Missbrauch entdeckt wird? 

Das Publikum war gemischt: Studierende der Medizin, welche dieses Referat als Weiterbildung abhaken durften. Privatpersonen, welche sich aus persönlichem Interesse Antworten, und vor allem auch Orientierung erhofften, bei so dezidierten unterschiedlichen Meinungen. Von praktisch allen in der Deutschschweiz vertretenden Suizidassistenz-Organisationen waren Vertreter anwesend. Es wurde zugehört und es wurden Positionen vertreten. Ein klares Bild konnte man sich nicht machen, denn natürlich waren deren Positionen nicht selbstkritisch. Wer sich schon etwas mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, erhielt vielleicht nicht unbedingt neue Antworten, konnte aber vielleicht die Dynamik erkennen: 

Es wird in den Vordergrund gestellt, was dienlich ist. 

Die aktuellen Rahmenbedingungen genügen, Ärzten fehlt die Zeit für Gespräche mit Betroffenen. 

Dass es nicht so einfach ist, scheint klar zu sein. Und Orientierung ist noch fern.

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Das Tabu des Wegschauens