Mein Hintergrund und meine Motivation
Ich bin Psychologin mit langjähriger Erfahrung im Umfeld der Suizidassistenz. Zwischen 2015 und meinem späteren beruflichen Wechsel war ich in einer Suizidassistenz-Organisation tätig, zunächst in der Beratung und administrativen Begleitung, später auch in der internen Weiterbildung. Diese Tätigkeit gab mir einen vertieften Einblick in Abläufe, Belastungen und strukturelle Fragen rund um assistierten Suizid.
Aus meiner Arbeit heraus entstand die Überzeugung, dass Selbstbestimmung am Lebensende nur dann verantwortungsvoll umgesetzt werden kann, wenn neben rechtlichen Vorgaben auch psychosoziale Qualität, fachliche Standards und transparente Prozesse gewährleistet sind. Besonders wichtig erscheinen mir die sorgfältige Abklärung von Entscheidungsprozessen, der Umgang mit psychisch belasteten Menschen sowie die Unterstützung von Angehörigen.
Alle Aspekte nebst den rechtlichen Vorgaben hatte ich bei der Organisation bei der ich tätig war nicht angetroffen.
Meine Erfahrungen und vor allem Rückmeldungen von Betroffenen haben gezeigt, dass in diesem gesellschaftlich sensiblen Bereich nicht allein auf persönliche Erfahrung, Loyalität oder juristische Absicherung vertraut werden sollte. Notwendig sind aus meiner Sicht klare Qualifikationsanforderungen, strukturierte Weiterbildung, Supervision beziehungsweise Intervision sowie unabhängige Qualitäts- und Kontrollmechanismen auch für die Abläufe innerhalb der Organisationen.
Heute setze ich mich dafür ein, Orientierung, Transparenz und fachliche Sorgfalt im Bereich der Suizidassistenz zu fördern. Ich möchte dazu beitragen, dass Betroffene, Angehörige, Fachpersonen und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger fundierte Grundlagen für eine differenzierte Diskussion erhalten und gemeinsam eine verantwortungsvolle Ausgestaltung versucht wird. Im Sinne der Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Wahlfreiheit über das Lebensende.
Wenn wir wollen, dass Menschen so frei als möglich über ihre Lebensende-Optionen entscheiden, dann müssen wir auch darüber reden, wo sie Informationen erhalten und wie sie diese einordnen können.
Die Gesundheitskompetenz zu assistiertem Suizid zu erweitern muss
unabhängig, barrierefrei und kostenlos
möglich sein.