Corinne Hafner Wilson Corinne Hafner Wilson

Sterbewunsch - wie reagieren?


Wenn ein Sterbewunsch geäussert wird – Wie reagiere ich als Angehörige?

Plötzlich ist da dieser tiefe Seufzer. Die Mutter sagt:
„Ich mag nicht mehr. Ich habe genug.“

Was meint sie?
Das Haare kämmen? Die fade Suppe im Heim? Oder… das Leben?

Vielleicht spüren Sie, dass es um mehr geht. Um das Sein, die Schmerzen, die fehlende Freude. Und dann stellt sich die Frage: Wie reagiert man in so einem Moment?

Nicht wahr haben wollen

Als ich vor vielen Jahren im Erstkontakt einer Sterbehilfeorganisation Telefonanrufe entgegennahm, hörte ich oft:
„Meine Angehörigen nehmen mich nicht ernst. Sie widersprechen, werden wütend oder schimpfen sogar mit mir.“

Die Betroffenen fühlten sich unsicher und allein. Sie wollten ehrlich sein, ohne ihre Liebsten zu verletzen. Doch irgendwann war es Zeit auszusprechen: Dass man nicht mehr kann, lieber sterben möchte, und zwar selbstbestimmt.

Wie können Sie als Angehörige reagieren?

  • Fragen Sie nach:
    Was genau meinst du? Was magst du nicht mehr? Wovon hast du genug?

  • Seien Sie da:
    Was brauchst du gerade? Wie kann ich dich im Moment unterstützen?

Nachfragen und ruhig das Gespräch suchen sind wichtig. Vielleicht spüren Sie den Impuls, zu widersprechen oder wegzulaufen. Atmen Sie durch. Und sagen Sie ehrlich, wie es Ihnen geht. Zum Beispiel:

„Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Danke, dass du so ehrlich bist. Lass mich kurz nachdenken – ich möchte dir dann aber zuhören.“

Warum das wichtig ist

Solche Gespräche sind schwer. Sie müssen nicht sofort Lösungen haben – Zuhören ist im Moment am wichtigsten


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