Was bedeutet Lebensqualität für mich?

Lebensqualität am Lebensende ist ein zentraler Begriff in der modernen Medizin – aber für viele Menschen bleibt er zuerst einmal schwer fassbar. Hier kann eine empathische, fachlich kompetente und ergebnisoffene Beratung unterstützen.

Die unterschiedlichen Erfahrungswelten zwischen älteren und jüngeren Generationen prägen, wie Selbstbestimmung am Lebensende verstanden und gelebt wird. Ein offener Dialog darüber ist notwendig und wertvoll.

Lebensqualität – ein anspruchsvoller Begriff

In Beratungen höre ich immer wieder den Satz: „Was Lebensqualität für mich bedeutet? Da stellen Sie mir aber eine schwierige Frage.“ Gerade ältere Menschen tun sich schwer damit, spontan zu formulieren, was für sie persönlich Lebensqualität ausmacht. Obwohl der Begriff heute in der Medizin hochgehalten wird und Behandlungsentscheidungen beeinflusst, bleibt er für viele abstrakt.

Das hat biografische Gründe: Wer über Jahrzehnte eine paternalistische Medizin erlebt hat, wer Fremdbestimmung und belastende Krankheits- oder Sterbeprozesse miterleben musste, weiss oft sehr klar, was er nicht mehr möchte. Doch bedeutet das automatisch, zu wissen, was man will – oder sogar, was man braucht? Häufig nicht. Persönliche Werte entstehen oft leise, unbewusst. Sie auszudrücken und mitzuteilen, braucht Übung – und manchmal Mut.

Selbstbestimmung im hohen Alter

In Gesprächen höre ich auch Aussagen wie: „Jetzt will ich einfach nicht mehr – und ich möchte das nicht erklären.“ Für manche ältere Menschen ist die Option eines assistierten Suizids Ausdruck einer spät erlangten Selbstbestimmung.

Wenn die eingereichten Unterlagen keine Probleme verursachen, stellen einige Organisationen ihre Dienstleistung ohne weitere Fragen bereit. Für Menschen, die früher Bevormundung erlebt haben, ist das attraktiv – und es führt dazu, dass die fachliche Kompetenz dieser Organisationen kaum hinterfragt wird von dieser Generation. Schwierigkeiten im Vorbereitungsprozess werden eher als eigenes Unvermögen wahrgenommen als als strukturelles Problem.

In diesem Moment werde ich oft als Psychologin angefragt. Wenn das Unwohlsein beginnt, die Kommunikation mit der Organisation belastet.

Junge Menschen: Selbstbestimmung als Ausgangspunkt

Jüngere Menschen hingegen wachsen in einer Zeit auf, in der Selbstbestimmung über das Lebensende selbstverständlich ist. Sie nehmen diese Verantwortung ernst und wünschen sich frühzeitige, unabhängige und ergebnisoffene Beratung. Für sie ist professionelle Begleitung keine Bevormundung, sondern Teil ihres Entwicklungsprozesses. Sie wollen verstehen, was ihre Angehörigen entscheiden können und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Sie sind oft erstaunt über bestehende Tabus – und über fachliche Lücken im System.

Warum der Dialog wichtig ist

Diese unterschiedlichen Erfahrungswelten verdienen Aufmerksamkeit. Sie prägen, wie Menschen über Lebensqualität, Sterben und Selbstbestimmung sprechen – oder schweigen. Ein Dialog zwischen den Generationen kann helfen, Missverständnisse abzubauen, Perspektiven zu erweitern und die Qualität der Begleitung am Lebensende zu verbessern.

Ausblick: Aktionswoche endlich-menschlich

Ich hoffe, dass dieser Dialog im Rahmen der Aktionswoche endlich-menschlich Ende Oktober 2026 gelingt. Nehmen Sie im Vorfeld an der Umfrage teil und kommen Sie an der Aktionswoche in Zürich oder Bern vorbei!


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